Karbunkel erkennen und richtig reagieren

Bei einem Karbunkel, auch Eiterbeule genannt, handelt es sich um eine Anhäufung von mehreren Furunkeln. Hierbei sind mehrere benachbarte Haarfollikel entzündet. Die Bakterien sind bis in die tiefen Hautschichten eingedrungen und verursachen dort eine sehr schmerzhafte, eitrige Entzündung. Diese ist als Knoten tastbar. Karbunkel treten vorwiegend im Nacken und in der Achsel auf, aber auch Leiste und Gesäß sind häufig betroffene Hautareale.

Zunächst bemerkt man einen Karbunkel als kleine rote und schmerzhafte Beule. Während des Reifungsprozesses füllt sich die Beule zunehmend mit Eiter und kleine weiße, stecknadelkopfgroße Punkte werden auf dem Knoten sichtbar. Unbehandelte Karbunkel reifen weiter heran und brechen schließlich an verschiedenen Stellen auf, so dass eine dickliche weiße oder rote Flüssigkeit austreten kann. Oberflächliche Karbunkel heilen in der Regel auch ohne größere Narbenbildung aus. Bei tiefer sitzenden Eiterbeulen besteht jedoch die Gefahr einer Narbenbildung.

Begleitet wird ein Karbunkel häufig durch ein allgemeines Krankheitsgefühl: Müdigkeit, aber auch Fieber können auftreten. Im weiteren Verlauf kann es auch zu einer Schwellung des umgebenden Gewebes und der Lymphknoten, insbesondere in Hals, Achseln und Leiste, kommen.

Kleine, oberflächliche Karbunkel können in der Regel selbst behandelt werden. Sitzt der Karbunkel jedoch in tieferen Hautschichten, tritt im Gesichtsbereich auf oder besteht mehr als 2 Wochen, sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. Ebenso ist ein sofortiger Arztbesuch bei Auftreten von Unwohlsein und Fieber nötig.

Behandelt man einen Karbunkel selbst, ist es wichtig, diesen nicht zu quetschen oder zu pressen. Dadurch können die Bakterien in tiefere Hautschichten vordringen und das Entzündungsgeschehen weiterhin verschlimmern. Die Anwendung einer „Zugsalbe“ unterstützt die Heilung durch ihre antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Die Reifung des Karbunkels kann weiterhin durch das Auflegen von warmen Kompressen gefördert werden. Ebenso ist eine sorgfältige Hygiene wichtig, um das Verbreiten der Bakterien zu verhindern. Sollte der Karbunkel nicht abheilen, ist ein Arztbesuch ratsam.